Bücher des Entdeckers - Das Grabmal des Römers Lucius Poblicius

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Bücher des Entdeckers

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Erscheinungsdatum: September 2013

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Titel: "Grabungsfieber" Die abenteuerliche Entdeckung des Poblicius Grabmals.

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Verlag:


ISBN Nummer: 978-3-462-03839-2

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Inhalt:

Die Entdeckungs- und Grabungsgeschichte zum Poblicius Grabmal und die Forschungsergebnisse bis zum Jahr 2013.















Rezensionen zum Buch „Grabungsfieber" finden Sie unter:  

1. www.spektrum.de von Theodor Kissel

Klio, die Muse der Geschichte, wartet manchmal mit Überraschungen auf. So auch am Karfreitag 1965, als die Brüder Heinz und Josef Gens den Neubau des väterlichen Geschäfts in der Kölner Südstadt vorbereiten. Als sie im Keller ihres Elternhauses das Fundament für den Neubau anlegen, stoßen sie auf einen alten Brunnenschacht. Darin finden sie zunächst Relikte aus der Neuzeit und dann solche aus dem Mittelalter, was ihre Neugierde weckt. Sie graben tiefer und fördern bald auch Überbleibsel aus der Römerzeit zutage. Darunter sind zahlreiche Teile, die einst zu einem großen Grabmal gehörten – wie sich noch herausstellen wird, zu einem der bedeutendsten Monumente der Römerzeit in der Region nördlich der Alpen.
Gemeinsam mit ein paar Freunden arbeiten sich die Schatzsucher immer weiter in die Vergangenheit vor. Neben Scherben und Knochen bergen sie römische Statuen, Säulen und Kapitelle. Von dieser spektakulären Ausgrabungsgeschichte erzählt das Buch des gelernten Maschinenbau-Ingenieurs Josef Gens sehr anschaulich und unterhaltsam. Es berichtet davon, wie die Hobbyarchäologen zwei Jahre lang zu Werke gehen und mit welchen Widrigkeiten sie dabei unter Tage kämpfen müssen. Mit einem selbstgebastelten Kran ziehen die Laiengräber die Fundstücke aus bis zu 9 Meter Tiefe empor.
Bald stoßen sie auf Steinquader mit reich verziertem Reliefschmuck, darunter ein Block mit dem Hirtengott Pan. Sie verständigen das Römisch-Germanische Museum in Köln, das nach einigen Monaten ein Grabungsverbot wegen »Gefährdung der Bausubstanz« verhängt. Da haben die Hobbyarchäologen aber schon damit begonnen, ein statisch abgesichertes Bergwerk mit mehreren Grabungsstollen anzulegen, geschätzter Materialverbrauch: 7 Kubikmeter Fertigbeton, 35 Meter Eisenträger, 10000 Ziegel und 90 Sack Zement. Deshalb beschließen sie, ihre Arbeiten ungeachtet des Verbots fortzusetzen – stets nachts an den Wochenenden, um keinen Verdacht zu erregen.
Ihre archäologische Ausschachtung tarnen die Brüder, indem sie Balken darüber legen und mit Erde bedecken. Die Idee hierzu haben sie aus dem Film »Sieben goldene Männer«, eine Gaunerkomödie aus dem Jahr 1965, in der Bankräuber einen Tunnel unter den Tresorraum eines Schweizer Geldinstituts treiben. Den Zugang zur Fundstelle mauern die Laiengräber zu – und schaffen dafür einen geheimen Einlass, der durch die präparierte Rückwand einer Kommode führt. So gelingt es ihnen monatelang, unbemerkt Meter um Meter ins Erdreich vorzudringen. Wie Bergmänner stützen sie die Fundamente des Wohnhauses über ihnen ab, damit es nicht einstürzt; wie Archäologen vermerken sie akribisch jeden Fund, den sie machen. Am Ende haben sie siebzig sorgfältig behauene Steinquader aus dem Boden gehievt, die vor 2000 Jahren zu einem pompösen, rund 15 Meter hohen Grabmal gehörten, das der Auftraggeber für sich und seine Familie errichten ließ.
Dessen Identität geben 4 Quader preis, die – richtig zusammengesetzt – das Geheimnis um die Fundstätte lüften. Aus ihnen geht hervor, dass es sich um das Grabmal eines gewissen Lucius Poblicius handelt, der um die Zeitenwende geboren wurde und als Soldat in der "Legio V Alaudae" diente, die einst von Julius Cäsar aufgestellt worden war. Diese Legion wurde während der Germanienfeldzüge unter Kaiser Augustus an die Rheingrenze verlegt und bezog in Vetera, nahe dem heutigen Xanten, ihr Standquartier. Dort verbrachte Poblicius zwischen 35 und 40 nach Chr. seine letzten Dienstjahre, die ihn sicher auch nach Köln führten, das damals noch Oppidum Ubiorum (Siedlung der Ubier) hieß.
In der "Ubierstadt" ließ sich Poblicius als Veteran nieder, nachdem er aus dem Militärdienst ausgeschieden war. Das machten damals viele Ex-Legionäre (lat.: veterani) so. Der römische Staat hatte ein Interesse daran, ehemalige Soldaten in den Provinzen anzusiedeln. Sie wurden mit großzügiger Landzuweisung umworben oder erhielten eine hohe Entlassungsprämie, mit der sie sich als Handwerker oder Händler selbstständig machen konnten, wobei sie ihren Wohnsitz häufig nahe ihrer früheren Militärlager oder in Provinzstädten nahmen. Auf jeden Fall muss Poblicius, der römische "Wahlkölner", in seinem Zivilleben zu großem Reichtum gekommen sein, um eine derart monumentale Grabanlage errichten zu lassen.
Das Grabmal ist noch heute eine der größten Attraktionen des Römisch-Germanischen Museums in Köln. Doch was viele nicht wissen: So, wie es dort Anfang der 1970er Jahre aufgebaut wurde, kann es nicht ausgesehen haben – da ist sich Josef Gens ganz sicher. Und so macht sich der heutige Pensionär wieder auf die Suche nach fehlenden Quadern, um damit das Monument neu zu rekonstruieren. Einen Entwurf hierfür liefert er in seinem Band gleich mit.
Wer "Grabungsfieber" zur Hand nimmt, auf den erwartet ein spannungsgeladener archäologischer Krimi.
Doch Vorsicht – es besteht die Gefahr, nicht mehr von dem Buch loszukommen!

2. www.amazon.de von Heidi Zengerling

Eine wahnsinnig spannende und abenteuerliche Geschichte habe ich letztens gelesen und möchte euch davon berichten.

Inhalt und Gliederung:

Es ereignete sich im Jahre 1965, als die Familie Gens – allen voran Josef Gens – einen Partykeller bauen wollten und dabei auf das römische Pobliciusg Grabmal stießen.

Als die Familie den Fund meldete, wurde die Grabung gestoppt. Nach einem halben Jahr hörten die Gens noch immer nichts und machten sich selbst daran, die Fund „zu heben".
Sie schafften es, in 9 Meter Tiefe unter ihrem Elternhaus ein statisch sicheres Bergwerk mit Grabungsstollen zu errichten. Einen wahnsinnigen Materialverbrauch hatten sie zu verzeichnen. 2 Jahre benötigten sie, um – so sagt man – professionell diesen Quaderfund (70 Quader umfassend) zu bergen. 1967 eröffneten sie eine private Ausstellung, die 15 000 Besucher interessierte.

Das Grabmal stammt aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, so weiß man heute. Der Fund ist im Römisch Germanischen Museum Köln zu besichtigen.

Vorwort
25 Kapitel

Anhang
Funddokumentation Gens
Beschreibung der ersten Rekonstruktion
Brief von Prof. Dr. Otto Doppelfeld an die Verwaltung der Museen der Stadt Köln
Gutachten von Prof. Dr. Heinz Kähler, Archäologisches Institut der Uni Köln

Das gesamte Buch ist mit zahlreichen Detailfotos versehen, die die Texte bildhaft untermalen und das Geschriebene nochmals dokumentieren.

Der Autor schreibt sehr spannend und völlig authentisch und real. Man spürt, dass ihm diese spektakuläre Geschichte nahe ging und er noch immer in ihrem Bann ist, auch nach so vielen Jahren. Die Geschichte liest sich wie ein Krimi, ist teilweise sachlich, aber auch emotional geschrieben, es passt alles zusammen und ergibt ein gutes Ganzes, welches für den Leser die Fakten verständlich vermittelt, die sich flüssig und unterhaltsam, aber vor allem
aufschlussreich lesen lassen.

Leseprobe:

Die Grabungsarbeiten gingen inzwischen zügig voran, denn mittlerweile waren wir fünf gut aufeinander eingespielt: In der Woche erledigten wir kleinere Vorbereitungsarbeiten. Am Wochenende gruben wir und führten Sicherungsarbeiten durch. Erdreich wurde aus dem Tunnelsystem in den Garten geschafft und dort gesiebt, um alle darin enthaltenen römischen Relikte wie Scherben, opalisierendes Glas, Metall- und Knochenreste zu bergen. Spätabends besprachen wir dann meist noch die Planung für die weitere Grabung.
...
Sehr interessant und aufschlussreich und das positive Bild nochmals positiv unterstreichend sind die Anhänge am Schluss des Buches, die sowohl bildlich als auch textlich die Fundstücke zeigen. Hier kann sich der Leser ein umfassendes Bild vom Fund machen und erhält alles wichtigen und interessanten Informationen zu den einzelnen Fundstücken (Größe, Material, mögliche Beschädigungen, Besonderheiten …)

Akribisch detailliert beschreibt Josef Gens die Ausgrabungsgeschichte und vergisst keine Sekunde, spricht über die Schwierigkeiten, über das Material, welches sie verbrauchten, die Vorgehensweise usw. – an keiner Stelle ist seine Geschichte in die Länge gezogen, sondern spannend geschrieben – wie ein Krimi – wie ich schon erwähnte. Man sieht sich förmlich unter dem Haus der Familie Gens, weil die Schreibweise eine wirklich bildhafte ist, die real präsentiert, was damals passierte.

Auch hält der Autor Ausschau in die Zukunft, bzw. schreibt über die Botschaft des Lucius Poblicius an die Nachwelt. Ein Rückblick und ein Ausblick wird als letztes Kapitel angehangen. Interessant auch die Ausführungen dazu, wie das Grabmal wirklich ausgesehen hat. Auch die Kontaktaufnahme zum Museum wird thematisiert, die Pressekonferenz im „Partykeller" ebenfalls und weitere Highlights, die die Gens` in ihrem Grabungsfieber erleben durften, aber natürlich werden auch die Rückschläge (Grabungsverbot) nicht ausgespart.

Ich bin echt froh darüber, dass ich dieses Buch aufgespürt und es gelesen habe, weil es wirklich absolut spannend ist und eine Geschichte aus unserer Zeit erzählt, die doch irgendwie kaum zu glauben ist – aber wahr …

Absolute Leseempfehlung !!!


3. www.thalia.de von Manuela Quarz

Spannend wie ein Krimi kommt dieses besondere Stück Kölner Stadtgeschichte daher. Vor mittlerweile fast fünfzig Jahren finden die Söhne der Familie Gens im Keller des in der Kölner Südstadt befindlichen Elternhauses das Herzstück des heutigen Römisch-Germanischen Museums : das Grabmal des Lucius Poblicius ! Wie sich dieses Ausgrabungsdrama gestaltet kann man sich kaum noch vorstellen - das Schlupfloch in der Mauer mit der vorgeschobenen Kommode ist da noch das Geringste , vor den Eltern musste die ganze Sache auch noch geheimgehalten werden und erst die Querelen mit dem Denkmalsamt !
Eine echt dolle Story der kölschen Art bestens verknüpft mit persönlichen Ambitionen zum Nachlesen - und vielleicht schaut man doch mal im eigenen Keller nach ?


4. www.stadtrevue.de von Christian Steigels   

Archäologie im Partykeller

Josef Gens‘ Geschichte beginnt am Karfreitag 1965 mit einem Schock. Bei Arbeiten am Fundament seines Elternhauses am Chlodwigplatz 24 holt der damals 21-Jährige mit der Spitzhacke aus, reißt dabei versehentlich die Beleuchtung von der Decke und zerschlägt den Ziegelboden. Erschrocken bleibt er in der Dunkelheit stehen. Gemeinsam mit seinem Bruder entdeckt er kurz darauf, was er unbeabsichtigt freigelegt hat: einen Brunnenschacht.

Die Geschichte, die nun folgt, kann man sich nicht ausdenken. Der Brunnen ist erst der Anfang. Sechs junge Männer und eine Frau — allesamt ohne archäologische Ausbildung —  machen in den kommenden Jahren einen der spannendsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts: das Grabmal des Poblicius, erbaut im Jahr 40 n. Chr. Über 70 zum  Teil tonnenschwere Quader finden Gens und seine Freunde bei ihren Freizeitgrabungen. Die New York Times und das Time Magazine berichten. Nachdem Gens und Co. ihre Fundstücke drei Jahre lang im elterlichen Partykeller ausgestellt haben, werden sie im Jahr 1970 für eine halbe Million Mark an das Römisch-Germanische Museum verkauft.

»Als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal von dieser unfassbaren Geschichte hörte, war mir klar: Mit diesem Mann müssen wir sprechen«, erklärt Kiepenheuer & Witsch-Chef Helge  Malchow. Das Ergebnis dieser Gespräche liegt nun vor. »Grabungsfieber« erzählt auf rund 350 Seiten (davon gut 90 Seiten Anmerkungen) die Geschichte der Kölner Hobby-Archäologen. Mitunter wirkt sein Stil zwar ein wenig onkelig, aber Gens‘ Begeisterung ist immer authentisch. Zudem sind die Umstände der Grabung nicht unspannend: Gens und Co. setzten sich über ein Grabungsverbot der Stadt Köln hinweg, gruben jahrelang in einem geheimen, selbst angelegten Stollen sechs bis neun Meter unter der Erde. Der Zugang war durch eine Kommode ohne Rückwand verborgen — ein Hauch Tresorknacker-Romantik in der Südstadt.

Eines ist sicher:

Nach der Lektüre des Buchs bekommt man Lust, mal wieder ins Römisch-Germanische Museum zu gehen. Und im offenen Treppenhaus, vor dem Grabmal von Poblicius, einen  Moment länger zu stehen als gewöhnlich.

5. chrissi-ff.blogspot.de von Christiane Koch

Wer schon Mal in Köln im Römisch-Germanischen Museum war, dem wird das große  Poblicius Grabmal mit Sicherheit in Erinnerung geblieben sein. Die Tatsache, dass ein so großes Bauwerk in einem noch so guten Zustand gefunden werden konnte, ist schon beachtlich.
Als Ex-Archäologie-Studentin fand ich dieses Buch also sehr interessant und kann es auch jedem Geschichtlich Interessiertem empfehlen.
Neben seiner persönlichen Beziehung zur Fundstelle berichtet Josef Gens sehr viele interessante Stadtgeschichtliche Dinge und schafft es sehr gut archäologische Dinge für Fachfremde verständlich zu machen, wobei er ja selbst kein gelernter Fachmann ist.
Das Buch wird mit vielen sehr guten Aufnahmen unterstützt und geht erstaunlicher Weise auch sehr in die Tiefe, kratzt nicht bloß an der Oberfläche.
Das Buch ist allerdings keine Lektüre, die man mal eben so im Zug vor sich hin liest. Wenn man das Buch in die Hand nimmt, braucht man doch ein bisschen Zeit um sich mit dem was,  drin steht wirklich zu beschäftigen. An einigen Stellen werden ganz explizit einzelne Details des Bauwerks beschrieben und auseinander gepflückt. Wen solch genaue Betrachtung nicht interessiert, dem kann es zwischendurch etwas langatmig werden.

Fazit:

Geschichtsinteressierte mit viel Geduld und Interesse am Detail dürften mit diesem Buch vor ihrem nächsten Besuch in Köln viel Spaß haben!



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